ELENA KAßMANN
PIANISTIN

 

"Ein reizvolles Stück...am Ende mit Standing Ovations frenetisch gefeiert."...Neue Westfälische

"Meisterhaft dargeboten vom coolen Fabian Hauser und der elegant aufspielenden Elena Kaßmann...ein wahres Hörabenteuer...Katja Schulte-Bunert spielte mit großer Akkuratesse, weichem Ton und feinem Gespür."...Neue Westfälische

"Kurzweilig, hochklassig, überraschend und erfrischend...ein außergewöhnlich schöner Abend"...Schloss Holte-Stuckenbrock 

"Unglaublich"...Schloss Holte-Stuckenbrock

 


Trio Tastenwind
www.triotastenwind.de

Katja Schulte-Bunert, Flöte

Fabian Hauser, Klarinette

Elena Kaßmann, Klavier


Katja Schulte-Bunert begann im Alter von 7 Jahren mit dem Flötenspiel in ihrer Heimatstadt Krefeld. Als Schülerin befasste sie sich gleichzeitig viel mit bildender Kunst und wollte diesen Weg ursprünglich auch beruflich einschlagen. Doch die Flöte ließ sie nicht los, und so studierte sie an den Musikhochschulen Köln (bei Hans-Martin Müller) und Dresden (bei Eckart Haupt) Orchestermusik, Instrumentalpädagogik und Konzertexamen.
Ein einjähriger Studienaufenthalt im „Studio“ von Trevor Wye rundete die Studienzeit ab, bevor sie als Praktikantin bei den Duisburger Sinfonikern spielte und schließlich seit 1998 als Piccoloflötistin bei den Bielefelder Philharmonikern tätig ist.

Ein einjähriges „Sabbatical“ führte Katja Schulte-Bunert nach Chicago, wo sie an der Northwestern University als „Assistant Teacher“ von Walfried Kujala (ehemals Piccoloflötist im Chicago Symphony Orchestra) Piccolo unterrichtete. Dort war sie auch Preisträgerin im „Piccolo Artist Competition“.
Als Lehrerin für Flöte und Piccolo unterrichtet Katja Schulte-Bunert an der Musik- und Kunstschule Bielefeld.

 

Fabian Hauser

Fabian Hauser (geb. 1969) erhielt im Alter von 6 Jahren zunächst Klavierunterricht, bevor mit 8 Jahren der erste Klarinettenunterricht bei seinem Vater Prof. Fritz Hauser folgte. 1989 begann er das Musikstudium an der Hochschule für Musik in Detmold bei Prof. Hans-Dietrich Klaus (Klarinette) und Matthias Peters (Klavier). Er gewann einen 1. Preis beim Wettbewerb der Hochschulen Detmold/ Weimar für Kammermusik und wurde daraufhin Stipendiat der Stiftung „Villa musica“. Sein Studium beendete er mit der künstlerischen Reifeprüfung, die er mit Auszeichnung bestand. Seit 1994 war er bei der Philharmonia – Hungarica (Ungarische Philharmonie im Exil) in Marl als stellvertretender Soloklarinettist angestellt. Mit diesem Orchester nahm er an Konzerttourneen in China, Japan, Russland und Amerika teil. 2001 wechselte er an dieselbe Position nach Bielefeld zu den Bielefelder Philharmonikern, wo er seitdem in vielen Opernproduktionen und Sinfoniekonzerten mitwirkt.

Ein weiterer Schwerpunkt seiner Arbeit ist die kammermusikalische Tätigkeit. Im Rahmen der Kammerkonzertreihe der Bielefelder-Philharmoniker brachte er zahlreiche Werke zu Gehör, wie z.B die Klarinettenquintette von Brahms und Reger und vieles mehr. Die Beschäftigung mit dem Komponisten Reger ist sowieso immer wieder eine starke Antriebsfeder für sein kammermusikalisches Streben. Im Duo mit der Pianistin Elena Kassmann führte er einen Zyklus von allen drei Sonaten für Klarinette und Klavier auf. Als Mitglied des Bläseroktetts Art-Collage begeistert er sich auch für die Tradition der großen Holzbläserharmoniemusiken.

Darüberhinaus ist er in jüngster Zeit verschiedentlich als Komponist in Erscheinung getreten. Zu nennen sind hier, „Zwei Nocturnes für Flöte und Klavier“, „Three Scenes für Flöte mit Bassflöte und Klavier“, „Kleine Suite für Klarinette und Klavier“, sowie „Mein Klavieralbum“.

 







Der Link zum kompletten Video:
https://www.youtube.com/watch?v=QgfRwRUsPpU

Fabian Hauser über seine

Three Scenes for three


     I   Changes

     II  Soaring

     III Playground


Ein Wiedersehen nach 27 Jahren


Nach der Uraufführung meiner Zwei Nocturnes für Flöte und Klavier vor einiger Zeit wurde ich gleich von zwei Seiten mit Kompositionsanfragen bedrängt. Elena Kaßmann bat mich, doch einmal etwas für Klarinette und Klavier zu schreiben, Katja Schulte-Bunert wünschte sich dagegen sehr ein Stück für die unvergleichlich charmante Bassflöte. Beiden Wünschen wäre ich sehr gern umgehend gerecht geworden, fühlte mich aber zunächst absolut einfallslos - bis mir eines Tages der alte Entwurf  einer frühen Klaviersonate wieder in die Hände fiel.

Auf welchen Abwegen ich mich damals im Jahr 1990 befunden habe – aus heutiger Sicht schwer zu sagen. Pianistisch hatte ich mich jedenfalls erheblich verirrt. Viele spannende Ideen, aber leider absolut unspielbar. Schade eigentlich...

Der erste Satz „Changes“ beginnt mit dem merkwürdig verstolperten, verbissenen Hauptgedanken im unisono, teilt sich jedoch nach wenigen Takten in zwei Stimmen, die sich hoffnungslos polyphon ineinander verheddern und erst im zweiten Anlauf zueinander finden. Zwei seperate Stimmen, die auf verschiedenen Melodieinstrumenten wesentlich plastischer wiedergegeben werden könnten als auf dem Klavier. Damit war die Idee geboren, gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe zu schlagen: Um den ersten und letzten Satz dieses frühen Werkes aufführbar zu machen, sowie die beiden Kompostionswünsche zu erfüllen, nahm ich dieses Trio in Arbeit.


Wie gesagt, liegt die Entstehung der ursprünglichen Klaviersonate nun ungefähr 27 Jahre zurück. Wenn ich mir die Musik mit heutigem Abstand vergegenwärtige, ergeht es mir wie beim Blick in ein Fotoalbum aus vergangenen Tagen. Damals war ich gerade 20 Jahre alt, an der Schnittstelle zwischen Schulzeit und dem Beginn des Musikstudiums - also eine Zeit, in der die Weichen für den weiteren Lebensweg gestellt werden. Eine Zeit voller Veränderungen, Umbrüche und Unsicherheit, auf der Suche nach dem „Selbst“. Durch diese Musik kann ich mich zurückerinnern, was für ein rastloser Mensch ich damals war. Immer unter Strom, hibbelig, hypernervös, voller Selbstzweifel. Nur im Laufschritt unterwegs. Der Agitato-Charakter des ersten Satzes gibt dies deutlich wieder. Keine Pause. Immer weiter, immer weiter... Selbst das an und für sich ruhige Seitenthema (der Satz orientiert sich an der Sonatenhauptsatzform) pulsiert in der Begleitung unterschwellig ständig weiter.


Auch der dritte Satz, die „Spielplatzszene“, stammt aus besagtem Sonatenentwurf und knüpft, wenn auch ungleich verspielter und mit kindlich, naivem Gestus, an die ungebändigte Rastlosigkeit dieser jugendlichen Lebensphase an. Damals lag eine Vaterschaft für mich noch in weiter Ferne. Mittlerweile habe ich mir auf Kinderspielplätzen stundenlang die Beine in den Bauch gestanden und finde: Ich habe damals doch einigen Weitblick besessen. Es geht dort durchaus nicht immer so friedlich und idyllisch zu, wie man es als Elternteil gerne hätte.


Der langsame zweite Satz „Soaring“ hingegen entstand erst vor kurzem und bricht die unbeherrschte Besessenheit der Ecksätze auf. Soaring ist ein Begriff aus der motorlosen Fliegerei und benennt damit die Nutzung von Hangaufwind. Die daraus resultierende aufwärts gerichtete Windrichtung kann ein Segelflugzeug, oder Drachenflieger zum endlosen Gleiten und Schweben den Gebirgskamm entlang, dem „soaren“ ausnützen. Im zweiten Satz habe ich versucht dieses euphorische Gefühl des Spielens mit dem Wind und des schwerelosen Gleitens durch die Lüfte einzufangen.

Die Bassflöte erwies sich im ersten und dritten Satz für den teilweise nach wie vor brachialen Klavierpart leider als zu schmalbrüstig. In „Soaring“ ist dieses selten zu hörende Instrumente jedoch eine wichtige Bereicherung  und auch in „Playground“ bekommt sie einen weiteren kleinen Gastauftritt als beruhigende, wachsam beobachtende „Mutter“.

Der Titel „Changes“ bezieht sich auf die Metamorphosen und Evolutionen des thematischen Materials im ersten Satz, welcher die Themen hektisch, kaleidoskopartig zerlegt, knetet und umgestaltet. Vom rhytmisch, fahrigen Beginn über die rockige Durchführung (in der das Hauptthema zum Begleitriff verkommt), bis hin zum düsteren Trauermarsch der Coda.

Inzwischen scheint  mir der Titel „Changes“ jedoch beinahe eine gute Überschrift für das ganze Werk; kann ich doch anhand des zweiten Satzes konstatieren, wie ich selbst mich über die vergangenen Jahre verändert habe. Zum Meditationsguru habe ich es nicht gebracht, aber zu größerer innerer Ruhe konnte ich offensichtlich doch finden. Eine Musik wie in den Ecksätzen der „Three Scenes“ gelingt mir heute nicht mehr. Denen unter Ihnen, die nun den sarkastischen Kommentar „zum Glück“ auf der Zunge haben, halte ich entspannt entgegen: „Erstmal nachmachen!“ Soviel Selbstvertrauen habe ich inzwischen immerhin erlangt.

Gar nicht genug danken kann ich meinen beiden Mitstreiterinnen Katja Schulte-Bunert und Elena Kaßmann. Ihr Idealismus, ihre Begeisterung und Arbeitseifer waren ein unglaublicher Ansporn!